Ganz ungewollt

Deine Geschichte. Von dir erzählt. Von uns geschrieben.

Emy ist 23 Jahre alt, lesbisch und eine von zwei Mitgliedern des Drahtseilakt Podcasts. Sie regt sich unheimlich gerne über alles auf und wiederholt sich gern – denn es gibt Geschichten, die müssen mehrmals erzählt werden.

DAS IST MEINE GESCHICHTE

„Frauen haben schnell mein Herz erobert, ganz ungewollt.“

Fließende Sexualität

Momentan würde ich mich labeln und als lesbisch betiteln. Prinzipiell sehe ich meine Sexualität jedoch als fließend an und möchte mich nicht darin festlegen, in wen ich mich zukünftig verlieben könnte. Gemerkt habe ich das, weil es mir bei Frauen leicht fiel romantische Gefühle zu entwickeln. Die haben schnell mein Herz erobert, ganz ungewollt. Bei Männern konnte ich das bisher einfach noch nicht. Es blieb immer nur beim Körperlichen. Ungefähr mit 16 Jahren habe ich mich dann das erste Mal geoutet.

Mut zum Outing

Mut zum Outing hatte ich, weil ich viel mit meinen Freunden gesprochen habe, genauso wie mit Menschen, die mir nahestanden und die gleichen Gefühle oder sexuelle Orientierung hatten. Darüber hinaus hat mir mein Umfeld oft halt gegeben, weshalb ich kaum daran gezweifelt habe, dass sie mich so akzeptieren wie ich bin.

Eher interessiert als schockiert

Beim Outing habe ich dann meiner besten Freundin erzählt, dass ich ein Date habe und bei ihren ganzen eindringlichen Nachfragen blieb mir nichts anderes übrig, als ihr zu verraten, dass es sich dabei um eine Frau handelt. Sie war eher interessiert als schockiert. Andere Reaktionen die ich erleben durfte waren fast ausnahmslos positiv. Mittlerweile fühle ich mich vollständig akzeptiert. Dank der positiven Reaktionen und der Unterstützung habe ich mich auch selbst mehr akzeptieren können.

Am Anfang wollte und konnte ich diese Gefühle und die Indizien allerdings nicht wirklich wahrnehmen. Ich wollte nicht „anders“ sein und mich für meine Art zu leben und zu lieben erklären müssen. Doch mittlerweile bin ich gern mal das lesbische Klischee auf zwei Beinen, würde ich sagen. Es gab aber schon genug Anfeindungen, Beleidigungen und komische Situationen. Man wird oft nicht ernst genommen. Allerdings lernt man mit der Zeit drüberzustehen und vor allem zu sich selbst zu stehen. 

Drahtseilakt

Meine Partnerin Lisa habe ich im September 2017 kennengelernt. Wir haben einen Podcast zusammen: Drahtseilakt. Das war Lisas Idee und ursprünglich war auch nicht ich als ihr Podcast-Partner geplant. Doch durch den ersten Lockdown und die viele freie Zeit hat sich das Projekt für mich immer interessanter angehört und letztendlich konnte Lisa mich überzeugen. Zum Glück, denn wir sind eine bunte Mischung aus Paradiesvogel und Rationalist, gepaart mit lesbischen Klischees und einer Menge Humor.

Mein Rat an dich und mein früheres Ich:

Ich weiß das klingt nach einer Weisheit von einem Abreißkalender, aber je früher du anfängst dich selbst zu akzeptieren und zu lieben, desto schneller wirst du anfangen glücklich zu sein.

Wenn du noch mehr über Lisa und Emys Podcast Drahtseilakt erfahren möchtest, folge der Instagram-Seite @drahtseilakt.podcast, der Website oder höre dir den Podcast auf Spotify oder Apple an. Fotorecht: @coradini.photography. Dir hat diese Story gefallen? Dann erzähl uns deine Geschichte! Von dir erzählt. Von uns geschrieben. Melde dich jetzt bei uns: @yestoeveryone auf Instagram oder via E-Mail info@yestoeveryone.de