Drag Queen mit 14? Warum nicht!

thiesen YES TO EVERYONE

Deine Geschichte. Von dir erzählt. Von uns geschrieben.

Thies Sense, als Drag bekannt unter dem Namen Theresa Mattel — benannt nach seiner Drag-Mutter Luna Mattel, ist ein bisschen verpeilt und steht oftmals eine Weile auf dem Schlauch. 

DAS IST MEINE GESCHICHTE

“Das Beste an Drag ist, dass ich mich mit Perücke und Make-Up wunderschön und frei fühlen kann — das macht einiges aus.“

Homosexuell

Ich bin homosexuell und habe eine Zeit lang an meiner Sexualität gezweifelt. Aber als mir aufgefallen war, dass ich nicht wirklich an dem weiblichen Geschlecht interessiert bin und eher das männliche, maskuline ansprechend finde, wurde ich mir meiner sexuellen Orientierung endlich bewusst. 

Coming-Out

Tatsächlich war ich mit mir und meiner Sexualität von vorne herein glücklich. Ich wusste, dass ich daran nichts ändern kann und dass es so okay ist. Ich bin wie ich bin. Auch meine Mutter hatte bei meinem Coming-Out genauso viel Akzeptanz wie ich selbst. Eigentlich war es sogar ein bisschen lustig: Ich hatte ihr vor zwei Jahren an Heiligabend einfach gesagt, dass ich schwul bin. Sie hat einfach komplett ruhig darauf reagiert. Danach habe ich es Leuten immer häufiger erzählt und es öfter bekannt gegeben, allerdings eher diskret. Es lief eher langsam und schrittweise. Es gab bisher auch keine Probleme oder negativen Reaktionen. 

Reaktionen und Diskriminierung

Trotz dass ich zufrieden mit mir bin, hatte ich ein bisschen Angst, wie meine Freunde oder Familie reagieren würden. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass jemand damit Probleme haben könnte, aber ich habe immer im Hinterkopf behalten, dass die Familie eine wichtige Aufgabe hat: nämlich den Bruder, die Schwester, das Enkelkind o. ä. so zu akzeptieren, wie sie sind. Zu unterstützen. Da zu sein. Das ist Familie. Ich denke, was mein Coming-Out angeht, habe ich vieles richtig gemacht. Ich gehe offen mit meiner Sexualität um, und das ist das wichtigste. Mit Diskriminierung hatte ich bisher auch viel Glück und da wenig Erfahrungen sammeln müssen. Aber sowas nehme ich auch gar nicht ernst. 

Drag Queen

Ich mache seit Anfang 2020 Drag, worauf ich durch die Sendung Queen of Drag gekommen bin. Die Show hat mir gezeigt, wie bunt die Welt der Drag Queens und Kings ist, dass es keine Grenzen gibt — und so etwas liebe ich. Es gibt nicht nur das Feminine. Drag ist eine Kunst — eine Kunstfigur, wenn man so will. Es hat so viel Vielfalt. Ich hätte auch mal Lust auf Dragauftritte und bin auch oft mit Drag-Freunden auf Instagram live. Einmal habe ich da ein Lipsync-Battle gegen eine andere Drag Queen gemacht, das war wirklich interessant. 

Das Beste an Drag ist, dass ich mich mit Perücke und Make-Up wunderschön und frei fühlen kann — das macht einiges aus. Dabei nehme ich mir gerne Luna Mattel zum Vorbild. Sie ist meine Drag Mutter und hat mir so unglaublich viel gezeigt und beigebracht. Sie hat mir oft geholfen und mir Mut zugesprochen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Zum Glück hat meine Familie auch bei diesem Thema sehr positiv reagiert. Sie waren sehr offen damit und zeigen auch viel Interesse. 

Mein Rat an dich und mein früheres Ich: 

Unterdrück deine Sexualität nicht. Sei so, wie du bist. Spiel dir nichts vor, das macht niemanden glücklich. Sei einfach so, wie du bist. 

Wenn du noch mehr über Thies Sense erfahren möchtest, folge seiner Instagram-Seite @thiesen3213 oder @theresa.mattel. Dir hat diese Story gefallen? Dann erzähl uns deine Geschichte! Von dir erzählt. Von uns geschrieben. Melde dich jetzt bei uns: @yestoeveryone auf Instagram oder via E-Mail info@yestoeveryone.de