Im falschen Körper geboren

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Janne ist 20 Jahre alt und transgender. Auf Frauen zu stehen fand er schon immer spannend, im falschen Körper geboren zu sein aber definitiv nicht.

DAS IST MEINE GESCHICHTE

„Man selbst ist das beste Mittel zur Aufklärung.“

Ein bisschen bi schadet nie! Oder?

Das erste Mal in eine Frau verliebt war ich mit 14. Da dachte ich zuerst, ich wäre bi. Schließlich hatte ich als Teenager auch eine Beziehung mit einem Jungen. Später habe ich dann realisiert, dass meine Faszination mit dem männlichen Geschlecht eher auf Neid basierte als auf sexueller Anziehung.

Bin ich trans?

Zum ersten Mal vermutet, dass ich trans sein könnte, habe ich mit 15. Damals war aber mein Weltbild von Geschlechtern so festgefahren, dass ich es nicht wahrhaben wollte. Es schien so selbstverständlich zu sein, dass das Geschlecht, dem man bei der Geburt zugeordnet wurde, auch das ist, welches man bis zum Schluss leben muss. Für mich schien es so, als ob man, egal was man tut, immer ein Mädchen bleibt, wenn man im Körper eines Mädchens geboren wurde.

Ich bin trans!

Schließlich hat sich ein Klassenkamerad von mir als trans geoutet. In dem Moment war ich beeindruckt von seinem Mut zu sich zu stehen, aber auch neidisch, weil ich ähnlich fühlte. Erst mit 19 hatte auch ich den Mut mich zunächst bei Freunden zu outen.

Und was jetzt?

Es ist eine Sache zu realisieren, dass man trans ist und eine andere, herauszufinden, was man nach dieser Realisierung tut. Wie oute ich mich am besten? Was sind meine Optionen? Ich habe damals Rat bei meiner FSJ-Referentin gesucht. Sie hat mir vorgeschlagen mich an die Mobile Jugendarbeit zu wenden. Dort wurde ich an die Erziehungshilfe weitergeleitet. Das alles hat mir sehr geholfen. Ich konnte endlich alles rauslassen, was mich zuvor belastet hat. Zusätzlich hat mir meine Referentin angeboten zunächst einmal in einem geschützten Rahmen – in meiner Seminargruppe – auszuprobieren, wie ich mich damit fühle, als Junge behandelt zu werden.

Die Reaktionen

Meine Freunde haben mein Outing super aufgenommen. Sie hatten keine Probleme damit mich mit meinem neuen Namen anzusprechen. Bei meiner Familie war die Umgewöhnung ein bisschen schwieriger, aber auch ihnen kommt mein neuer Name immer häufiger über die Lippen. Sie unterstützen mich dennoch in allem indem sie mich regelmäßig zum Therapeuten fahren usw.

Und nu‘?

Heute fällt es mir leicht darüber zu sprechen. Ich freue mich, wenn Leute Fragen haben und Interesse zeigen. Ich selbst tat mich ja zunächst schwer damit, Transmenschen zu akzeptieren, deshalb finde ich es wichtig, dass man seinen Beitrag zur Aufklärung leistet.

Mein Rat an dich und mein früheres Ich:

Trau dich, traut euch. Ich wünschte, ich hätte mich mit 15 nicht so in dem Gedanken verfangen, dass Transsexualität etwas Falsches sei. Ist es nämlich nicht. Es ist etwas total Normales. Tu das, was dich glücklich macht. Sei du selbst, du lebst für dich, nicht für andere.

Wenn du noch mehr über Janne erfahren möchtest, folge seiner Instagram-Seite @_ja.nne! 
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