Frauenliebende Frau

Deine Geschichte. Von dir erzählt. Von uns geschrieben.

Lisa ist 24 Jahre alt, lesbisch und eine von zwei Mitgliedern des Drahtseilakt Podcasts. Sie führt gerne laute Selbstgespräche in Form von Interviews und erfindet am liebsten neue Sprichwörter, wenn ihr die richtigen nicht einfallen.

DAS IST MEINE GESCHICHTE

„Ich bin lesbisch und stehe auf Frauen und das ist nicht schlimm.“

Frauenliebende Frau

Ich würde mich als frauenliebende Frau beschreiben. In der lesbischen Rolle fühle ich mich derzeit auch wohl. Dennoch würde ich mich da nicht festlegen wollen. Ganz nach dem Motto: Es zählt der Charakter und nicht das Geschlecht. Ich war auch schon immer etwas anders und ein verrückter Paradiesvogel. Genau gemerkt habe ich es durch meinen Umzug nach Berlin. Ich habe mir tatsächlich ein Coming-Out Video auf YouTube angeschaut und habe mich damit verstanden gefühlt. Am gleichen Tag war dann auch noch der CSD in Berlin und als ich da war und auch die erste lesbische Frau geküsst habe – da war es mir klar! Jetzt bin ich mit meiner Podcast-Partnerin Emy zusammen – wir haben uns durch Lovoo kennengelernt und Anfang diesen Jahres kam dann Drahtseilakt zustande: Eine gute Mischung aus Anekdoten und Geschichten des Lebens, mit einem Hauch von Ernsthaftigkeit und Humor.

Na endlich

Mein schwuler bester Freund hat mir die queere Welt gezeigt. Mut zum Outing hatte ich vorrangig dadurch, dass ich mich viel mit meinen Freunden und meiner Familie ausgetauscht habe. Aber auch Social-Media oder bekannte Lesben wie Melina Sophie waren für mich eine gute Anlaufstelle, um mich dahingehend zu bestärken. Als es dann mit 19 Jahren zum Outing kam, war ich bei meiner Mutter wahnsinnig aufgeregt. Aber das war gar nicht nötig. Sie hat mir immer wieder bestätigt, dass es nicht schlimm ist. Sie brachte mir ein „NA ENDLICH!“ entgegen und hat mich nach bereits getätigten Erfahrungen mit Frauen gefragt. Meine restliche Familie hat auch toll reagiert und unterstützt mich immer. Deswegen sind sie wohl die größten Fans unseres Podcasts. Meine Freunde waren auch entspannt damit. Dennoch gab es am Anfang Unsicherheiten, ob ich jetzt automatisch auf alle Frauen stehe, aka auf meine weiblichen Freundinnen. Das emotionalste Outing hatte ich allerdings vor mir selbst. Ich habe mich vor einen Spiegel gestellt und weinend gesagt: Ich bin lesbisch und stehe auf Frauen und das ist nicht schlimm.

Eine kleine Überwindung

Danach ging ich relativ schnell meine erste Beziehung ein und ich wurde immer selbstsicherer mit meiner Sexualität. Ich habe mich im privaten Umfeld auch definitiv daran gewöhnt darüber zu reden. Im Arbeitskontext kommt es immer auf die Kolleg:innen an. Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich mich über die Jahre auf jeden Fall auf das Thema gut eingestellt habe. Es ist aber auch heute teilweise noch eine kleine Überwindung – und einige Male entscheide ich mich doch dagegen darüber zu sprechen. Andere Male bin ich wahnsinnig offen und beantworte gern alle aufkommenden Fragen. Ich glaube, dass jede positive Erfahrung einen stärkt. Dadurch gelernt, mich selbst mehr wahrzunehmen und zu reflektieren, habe ich auch. Das freut mich besonders.

Positive Erfahrungen? Homophobe Erfahrungen?

Leider habe ich aber nicht nur positive Erfahrungen gesammelt – sondern auch homophobe: Ich habe mich mal auf dem Alexanderplatz mit meiner damaligen Partnerin geküsst. Eine Mutter stand mit ihrem Kinderwagen uns gegenüber und hat so getan, als müsste sie sich übergeben.  Das hat mich echt schockiert. Oft habe ich auch komische Situationen mit Hetero-Männern, die uns als Lesben nicht ernst nehmen und komische Fragen stellen.

Mein Rat an dich und mein früheres Ich:

Nichts passiert ohne Grund und Geduld zahlt sich aus!

Wenn du noch mehr über Lisa und Emys Podcast Drahtseilakt erfahren möchtest, folge der Instagram-Seite @drahtseilakt.podcast, der Website oder höre dir den Podcast auf Spotify oder Apple an. Dir hat diese Story gefallen? Dann erzähl uns deine Geschichte! Von dir erzählt. Von uns geschrieben. Melde dich jetzt bei uns: @yestoeveryone auf Instagram oder via E-Mail info@yestoeveryone.de