Bi in der Bundeswehr

Deine Geschichte. Von dir erzählt. Von uns geschrieben.

Max* ist 21 Jahre alt und bisexuell. Er ist bei den Marinefliegern der Bundeswehr und schätzt seine Privatsphäre.

DAS IST MEINE GESCHICHTE

„Mir sind andere Menschen egal, ich achte auf mich und meine Werte.“

Wie kam’s?

Dass ich queer sein könnte, war mir schon lange klar. Ich habe schon immer gerne Frauenklamotten getragen. Als ich mich dann öfters beim Schauen von Gay Pornos erwischte, wurde mir klar, dass ich wohl nicht nur auf Frauen stehe. Um mich auszuprobieren, habe ich mich ein paar Mal bei Grindr angemeldet. Heute habe ich gerne mal etwas Unverbindliches mit einem Mann. Ich hatte von Anfang an keine Probleme damit meine Sexualität zu akzeptieren. Ich ziehe einfach mein Ding durch.

Warum kein Outing?

Ich finde nicht, dass meine Sexualität irgendjemanden etwas angeht. Beim Bund gibt es immer noch recht viele, deren Horizont nicht weiter als über den eigenen Tellerrand hinausgeht. Auch meine Freunde und meine Familie wissen nicht, dass ich bi bin. Ich selbst sehe mich nur mit einer Frau in einer ernsthaften Beziehung. Deshalb sehe ich es nicht ein, mir den „Stress“ eines Outings anzutun, nur um mit ihnen über meine Bettgeschichten mit Männern zu sprechen.

Was wäre, wenn …?

Würde ich mich in einen Mann verlieben, würde ich mich auch outen. Solange es aber nichts Ernstes ist, ist es meiner Meinung nach kein großes Gespräch wert. Ich weiß, dass meine Familie und meine Freunde mich zu 100 % akzeptieren würden, was leider nicht bei jedem so ist. Auch auf der Arbeit würde wohl keiner groß etwas dazu sagen. Jedenfalls nicht in mein Gesicht. Bei jemandem, der nicht so tough ist und sich leicht fertig machen lässt aber vermutlich schon.

Beziehungen zur Community

Als ich von YES angesprochen wurde, war es schon seltsam für mich. Ich hatte das Gefühl nicht wirklich etwas Interessantes zu erzählen zu haben. Mal so ausgefragt zu werden war etwas Neues, aber keine schlechte Erfahrung. Ich habe vorher noch nie so intensiv über das Thema gesprochen. Mit der LGBT+ Community habe ich nämlich so gar nichts zu tun. Ich mache einfach mein Ding und hänge es nicht an die große Glocke. Was andere machen ist mir relativ egal. Ich denke, es gibt schon einige Typen da draußen, denen es so ähnlich geht wie mir.

Mein Rat an dich und mein früheres Ich:

Sei immer du selbst und bleib deiner Linie treu!

*Max ist ein Pseudonym für eine Person, die anonym bleiben möchte.

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